15
August
2025

Digitaler Zwilling liefert Live-Bild von Pau (Frankreich) als Informationsquelle für Sanierung und laufende Verbesserungsmaßnahmen

Durch den Einsatz der iTwin-Plattform spart die Stadt Pau jährlich über 200.000 EUR und senkt die Kosten für den Zugang zu Informationen um 95 %.

CAPBP musste für eine ehrgeizige Planungsinitiative sowohl Daten optimieren als auch den Zeit- und Kostenaufwand reduzieren. Bildgenehmigung durch CAPBP.
CAPBP musste für eine ehrgeizige Planungsinitiative sowohl Daten optimieren als auch den Zeit- und Kostenaufwand reduzieren. Bildgenehmigung durch CAPBP.

EINE EHRGEIZIGE REGIONALE NEUGESTALTUNG

Die Communauté d’Agglomération de Pau Béarn Pyrénées (CAPBP) koordiniert gemeinsame Richtlinien und Maßnahmen für die Planung der Region und die wirtschaftlichen, ökologischen, kulturellen und verkehrspolitischen Initiativen der Gemeinden und Städte in der französischen Region Pau. Im Jahr 2016 startete sie einen ehrgeizigen Sanierungsplan für die Verbesserung der Lebensqualität und die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung in der gesamten Region. 

Bildgenehmigung durch CAPBP
Die Organisation plante den uneingeschränkten Zugang zu allen Daten für alle am Projekt Beteiligten, einschließlich der Gemeinschaft von Pau, um sicherzustellen, dass sie mit den Entscheidungen zur Sanierung zufrieden sind. Bildgenehmigung durch CAPBP.

CAPBP hat drei zu bewältigende Hauptherausforderungen erkannt. Erstens war es erforderlich, zur Vermeidung von Unzufriedenheit mit der Stadtplanung die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Stadtgemeinschaft zu fördern. Zweitens war es erforderlich, dem Wunsch nach einer Verbesserung der optischen Attraktivität des Gebiets zu entsprechen. Drittens war es erforderlich, zur Vermeidung unnötiger Kosten eine „auf Anhieb richtige“ Konstruktion zu gewährleisten. CABPB benötigte also eine Lösung, mit der sie den Umfang der Sanierungsarbeiten verwalten und deren Komplexität den am Projekt Beteiligten sowie den Mitgliedern der Stadtgemeinschaft klar vermitteln konnte.

Bildgenehmigung durch CAPBP
Mithilfe von iTwin Capture und OpenCities Planner erstellte das Projektteam einen digitalen Zwilling der Stadt, um datengestützte Entscheidungen treffen zu können. Bildgenehmigung durch CAPBP.

VERWALTUNG DER AM PROJEKT BETEILIGTEN UND VERBESSERUNG DES DATENZUGRIFFS

Zur Verbesserung der Qualität ihrer Arbeit wollte CAPBP eine Plattform für Entscheidungsträger, Ingenieurteams und Stadtangestellte schaffen, um so die Kommunikation zu verbessern, die Beratung zu erleichtern und zur Entscheidungsfindung durch technische und politische Behörden beizutragen. CAPBP suchte nach einer Lösung, die Transparenz schaffen und durch Einbeziehung aller am Projekt Beteiligten – einschließlich der Stadtgemeinschaft – in die Entscheidungsprozesse die Kommunikation rund um Projekte verbessern konnte.

Allerdings musste CAPBP auch die Kosten für die Anlagenüberwachung senken und die Effizienz bei der Datenerfassung verbessern. Bisher erhielt die Stadt ihre immersiven Einblicke dadurch, dass sie Videos exportierte und produzierte, die dann von externen Subunternehmern fertiggestellt wurden. Diese Videos kosten ca. 8.000 Euro/Minute und erreichten über 40 Minuten/Jahr. Darüber hinaus war der Zugriff auf und die Erfassung von Informationen zu den Anlagen wie Mietvereinbarungen und Verträge oder Grundrisse zeit- und kostenintensiv.

Die Erfassung von Daten aus ganz Pau ist kein leichtes Unterfangen. Das Team musste Informationen von 31 Gemeinden auf einer Fläche von 370 Quadratkilometern erfassen. Für eine erfolgreiche Lösung musste CAPBP eine riesige Datenmenge präzise und kosteneffizient zusammentragen können. Danach sollten diese Daten für ihre Sanierungsinitiative genutzt werden können und gleichzeitig die Zugänglichkeit für Fachleute und die breite Öffentlichkeit sicherstellen.

IM GROSSEN STIL MIT EINEM DIGITALEN ZWILLING

Nach eingehender Prüfung der verschiedenen Optionen kam CAPBP zu dem Ergebnis, dass die Datenerfassung und -verwaltung durch den Einsatz von Bentley-Anwendungen zur Erstellung eines digitalen Zwillings der Stadt verbessert werden konnten. CAPBP begann mit der Erfassung von Daten mit einer Präzision von fünf bis zehn Zentimetern und verknüpfte diese Daten dann mithilfe von iTwin Capture zu einem Multiskalen-Reality-Mesh. Dieses hochauflösende Reality Mesh dient dann als grundlegender Datensatz für den digitalen Zwilling.

Daraufhin setzte Pau die iTwin-Plattform ein, um einen digitalen Zwilling zu erstellen, der die Daten in einer einzigen vernetzten Umgebung zusammenführen und den verschiedenen am Projekt beteiligten Interessengruppen genaue Echtzeit-Einblicke bereitstellen konnte. Mithilfe der Plattform verarbeitete das Projektteam die unterschiedlichen Datenarten wie beispielsweise Geodaten, technische Daten und Entwurfsdaten, um sie für verschiedene Anwendungsfälle wie die Entwicklung von Versorgungsnetzen, den architektonischen Entwurf und die Ereignisplanung zu verknüpfen. Weil diese Arbeit mithilfe eines digitalen Zwillings durchgeführt wurde, hatten technische, politische und zivile Interessengruppen vollständigen Zugriff auf dieselben genauen und aktuellen Informationen.

KLARE KOMMUNIKATION UND EINBLICKE ÜBER ABTEILUNGEN HINWEG

Durch den Einsatz des digitalen Zwillings konnte Pau die Produktivität verbessern und die Kosten für die Anlagenüberwachung und -verwaltung senken. Gegenwärtig können 60 % der Videos für den immersiven Einblick von Pau intern produziert und so pro Jahr fast 200.000 Euro eingespart werden. Darüber hinaus spart der digitale Zwilling auch Zeit, weil der Zugriff auf Informationen zur Anlage – beispielsweise Informationen zu Mietverträgen und Grundrisse – in weniger als drei Minuten erledigt werden kann und so 95 % der beim Zugriff auf Informationen entstandenen Kosten eingespart werden können. 

Die Abteilungen von CAPBP setzen jetzt den digitalen Zwilling ein. Stadtplanungsteams können Verkehrsszenarien simulieren, Architekturprojekte in realistischen Kontexten modellieren, Fortschritte bei der Erreichung von Nachhaltigkeitszielen verfolgen und die Versorgungsnetze der Stadt von einer einzigen Plattform aus anzeigen lassen. Das Unternehmen setzt digitale Zwillinge zur Überwachung von Regenwasser ein und plant, demnächst Funktionen für Erdgas, Wasserversorgung, Abfall und Strom hinzuzufügen. Fachleute setzen den digitalen Zwilling auch für die Ereignisproduktion ein, um Layouts für Sportveranstaltungen und Messen zu erstellen. 

Mithilfe der Technologie konnte die Kommunikation verbessert und durch die Einbeziehung der Stadtgemeinschaft in Entscheidungen über die Zukunft der Stadt die Beziehung zwischen ihr und den Behörden gefestigt werden. CAPBP kann alle Informationen – von Konferenzpräsentationen bis hin zu visuellen Museumsführungen – klar und schnell zusammenstellen und teilen. Bürgerinnen und Bürger können über ein interaktives 3D-Modell Feedback zu städtebaulichen Entwicklungsprojekten geben. 

Insgesamt führt die Datentransparenz und -konsolidierung des digitalen Zwillings zu einer genauen und detaillierten Darstellung der Stadt, durch die städtische Projekte präziser visualisiert und geplant werden können, um die mit Änderungen in letzter Minute verbundenen Kosten zu senken und eine bessere Planung zu ermöglichen. 

Projektübersicht:

Unternehmen: Communauté d’Agglomération de Pau Béarn Pyrénées 
Lösung: Anlagen, Liegenschaften, Campus und Städte 
Standort: Pyrénées Atlantiques, Pau, Frankreich

Projektziele:

  • Gewährleistung einer erfolgreicheren Stadtentwicklung durch verbesserten Zugang zu Daten und verringerte Kosten.
  • Bereitstellung eines kontinuierlichen Einblicks in die Infrastruktur der Stadt und Versorgung der am Projekt Beteiligten und der Stadtgemeinschaft mit aktuellen Informationen.

Projektspezifisches Playbook: iTwin Capture, iTwin-Plattform, OpenCities Planner

Kurzinformation:

  •  CAPBP musste für eine ehrgeizige Planungsinitiative sowohl Daten optimieren als auch den Zeit- und Kostenaufwand reduzieren.
  • CAPBP plante den uneingeschränkten Zugang zu allen Daten für alle am Projekt Beteiligten, einschließlich der Gemeinschaft von Pau, um sicherzustellen, dass sie mit den Entscheidungen zur Sanierung zufrieden sind.
  • Mithilfe von iTwin Capture und OpenCities Planner erstellte das Projektteam einen digitalen Zwilling der Stadt, um datengestützte Entscheidungen treffen zu können.

ROI:

  • Der digitale Zwilling verringerte die Kosten für den Informationszugriff um 95 %.
  • Durch eine Verbesserung der Videoproduktion können jährlich über 200.000 Euro eingespart werden.

Autor:

Tye Masters ist Experte für Produktmarketing. Er arbeitet seit dem letzten Jahr für Bentley Systems und war zusätzlich mehrere Jahre in den Bereichen Facility-, Asset- und Workforce-Management tätig. Er hat einen Masterabschluss von der University of Georgia und lebt derzeit in Mobile, Alabama (USA). 

Weitere Informationen: de.bentley.com

 

 

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